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19. Juli 2014 - 18:23h | Aktualisiert: 19. Juli 2014 - 18:23h

„CarnRio“: Streit um Karneval im Juli entzweit Rio de Janeiro

Närrische Umzüge sollen zusätzliche Besucher unter den Zuckerhut locken

In Rio de Janeiro gehen derzeit die Meinungen über den Karneval weit auseinander. Der Grund dafür ist ein Antrag, den die Stadträte am vergangenen Dienstag (15.) befürwortet haben. Nach diesem soll künftig nicht nur am Jahresanfang, sondern ebenso am letzten Juliwochenende der Karneval gefeiert werden. Was die Einen als Schachzug sehen, um noch mehr Touristen anzuziehen, wird von Geschäftsleuten und selbst von einigen Karnevalsvereinen und Sambaschulen jedoch als Unsinn eingestuft.

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Die Idee für den Karneval außerhalb der Karnevalszeit stammt vom Stadtrat Marcelo Arar. Der schlug vor, dass sich am letzten Juliwochenende künftig an zwei Tagen die einschlägigen Karnevalsvereinigungen im Zentrum Rio de Janeiros sowie in der Nord- und Ostzone präsentieren können. Die Stadt unter dem Zuckerhut erhalte dadurch eine weitere touristische Attraktion und es würden mehr Arbeitsplätze geschaffen, begründete Arar seinen Vorschlag. Die Mehrheit der Stadträte sah dies ähnlich.

Etliche Geschäftsleute kritisieren die Idee jedoch und selbst die Vereinigungen der Blöcke des Zentrums und der Südzone halten nichts vom „CarnRio“, wie das Projekt genannt wurde. Sie begründen ihre Ablehnung damit, dass zwei Karnevale pro Jahr nicht finanzierbar seien. Gleichzeitig verweisen sie auf das Heer der ehrenamtlichen Helfer, die ihre Ferien und Feierabende in den Karneval investieren und schon mit einem Veranstaltungszeitraum pro Jahr ausgelastet seien. Darüber hinaus befürchten sie, dass auch die Anwohner nicht unbedingt von einer weiteren Festivität dieser Art begeistert wären.

Der Fremdenverkehrssekretär Rio de Janeiros befürwortet das Vorhaben indes als Bereicherung des Veranstaltungskalenders. Wie genau „CarnRio“ aussehen soll muss jedoch noch ausgearbeitet werden. Fest steht lediglich, dass er nicht in dem Umfang stattfinden wird, wie das beim echten Karneval zu Jahresbeginn der Fall ist. Die „größte Show der Welt“, die alljährlich über Wochen rund um die Fastnachtstage veranstaltet wird, soll letztendlich einmalig bleiben.

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