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10. März 2014 - 10:40h | Aktualisiert: 10. März 2014 - 10:45h

Mit bewegenden Sambaparaden endet Karneval in Rio de Janeiro

Beste Sambaschulen der Stadt defilieren erneut durchs Sambódromo

Nicht vom Regen verschont geblieben sind die Siegerparaden in Rio de Janeiro. Die Teilnehmer der Sambaschulen sorgten dennoch für Stimmung, Faszination und vor allem Begeisterung. Die Besten der Besten präsentierten sich in der Nacht vom Samstag (8.) zum Sonntag (9.) nochmals im Sambódromo. Ein starker Platzregen kurz vor den Paraden führte allerdings dazu, dass viele dem Spektakel fern blieben. Auch bei den Sambaschulen schafften es nicht alle Mitglieder, rechtzeitig ins Sambódromo zu kommen.

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Noch einmal beeindruckte Grande Rio mit der lebenden Kanonenkugel, einem Akrobaten, der auf einem der allegorischen Wagen aus einer Kanone geschossen durch die Luft flog und in einem aufgespannten Netz über bunten Riesenkrabben landete. Für Aufsehen sorgte aber auch die Funky-Sängerin Mulher Melão. Sie trat auf einem der Wagen oben ohne auf.

In das Fußballstadium Maracanã verwandelte Imperatriz Leopoldinense das Sambódromo. Ihre Hommage ging an den Ex-Flamengo-Spieler und Fußball-Legende “Zico”. Mit dabei waren auch Jugendliche aus Favelas, die auf beeindruckende Weise eine Fußballakrobatik zum Besten gaben.

União da Ilha do Governador entführte die Zuschauer auf eine Zeitreise zurück in die Kindheit und begeisterte mit ihrer Darbietung das Publikum. Einer der Höhepunkte war eine mehrere Meter hohe Schatztruhe, gefüllt mit der Erinnerungen die ersten Lebensjahre. Zu seinen Seiten pendelten auf acht Metern Höhe zwei australische Akrobaten zu allen Seiten hin.

Schon seit fast 30 Jahren keinen Titel mehr geholt hat die Sambaschule Portela. Sie war aber wie so oft schon auch dieses Jahr wieder ganz vorne mit dabei und sie begeisterte auch bei den Paraden der Besten wieder das Publikum mit ihren imposanten Allegorien und einem Meer an Farben. Zum Erstaunen brachte sie die Zuschauer mit einem ferngesteuerten künstlichen Adler, der über die Avenida flog.

Karneval Zeca
Der Gewinner der diesjährigen Sambaparaden der Grupo Especial in Rio de Janeiro lautet: Unidos da Tijuca. Damit avanciert die traditionsreiche Eliteschule zum vierfachen Champion. Überzeugt hat sie Publikum und Jury mit ihrem herausragenden Zusammenspiel der ... mehr »

Eine bewegende Ansprache hielt die Präsidentin der Acadêmicos do Salgueiro, Regina Celi, bevor die Parade auf die Avenida Marquês do Sapucaí einbog. Nicht fehlten ebenso die Rufe “É Campeã”, sie ist der Gewinner. Sie waren bereits am Ende der Entscheidungsparade zu hören gewesen. Bei der Auswertung der Noten hatte Acadêmicos do Salgueiro auch über lange Strecken die Nase vorn. Letztlich gewann jedoch Unidos da Tijuca – mit nur einem Zehntelpunkt Vorsprung. Ähnlich wie Portela erorberte auch Acadêmicos do Salgueiro die Herzen der Zuschauer mit ihrer beeindruckenden Darbietung zum Thema Gaia, Planet Erde.

Im wahrsten Sinne des Wortes ins Rennen ging Unidos da Tijuca, ging es bei ihrer Präsentation doch um das Thema Geschwindigkeit. Geehrt hat sie damit auch den 1994 verstorbenen Formel-1-Fahrer Ayrton Senna. Mit ihrer Umsetzung des Themas begeisterte nun zum zweiten Mal Publikum. Zum vierten Mal in ihrer Geschichte holte sie sich indes die Karnevals-Trophäe von Rio de Janeiro. Als sie unter tosendem Beifall ihre Darbietung und somit den diesjährigen Reigen der Sambaparaden beendete, streckte über dem Sambódromo die Sonne bereits ihre ersten Strahlen raus.

Jetzt ist erst einmal Schluss mit dem Karneval. Zumindest gilt das für die nächsten Monate. Zeit, damit sich auch die Gemüter wieder beruhigen. Nicht alle der Eliteschulen waren mit den Benotungen einverstanden. So protestierte beispielsweise die Sambaschule Beija-Flor de Nilópolis mit an den Zuschauerrängen aufgehängten Transparenten gegen das ihrer Meinung nach “ungerechte” Ergebnis. 2013 hatte sie sich noch den Titel geholt. Bei den diesjährigen Paraden landete sie jedoch mit ihrer Präsentation zum Thema Kommunikation lediglich auf dem siebten Platz. Zum ersten Mal seit über 20 Jahren war sie damit nicht bei den Siegerparaden vertreten.

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