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8. März 2014 - 22:01h | Aktualisiert: 8. März 2014 - 22:01h

Bewegendes Abschlußspektakel der Siegerschulen von São Paulo

Überschwemmungen sorgen für leeres Sambódromo

Beinahe wären die Paraden der diesjährigen Siegerschulen São Paulos im Sambódromo Anhembi ins Wasser gefallen. Am Freitagnachmittag (7.) hatte ein starker Regen für Überschwemmungen in etlichen Stadtteilen der Mega-Metropole gesorgt. Doch mit über einer Stunde Verspätung begeisterten die Sambaschulen noch einmal das Publikum mit ihren phantasievollen Allegorien, prächtigen Kostümen und dem mitreißenden Rhythmus des Sambas. Allerdings waren die Paraden etlicher Schulen ein wenig abgespeckt.

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Mehr leer als voll präsentierten sich auch die Zuschauerreihen des Sámbodromos. Der Regen und die durch die Überschwemmungen chaotischen Verkehrsverhältnisse hat viele Fans davon abgehalten, die Paraden live zu verfolgen. Auch die Mitglieder der Schulen hatten Schwierigkeiten rechtzeitig zu ihrem Auftrittsort zu gelangen. Viele zogen deshalb mit weniger Karnevalesken und Allegorien über die Samba-Avenida, als vorgesehen. Darüber hinaus begannen die Paraden statt um 22 Uhr erst nach 23 Uhr. Der Stimmung im Sambódromo tat das keinen großen Abbruch. Vor allem der Gewinner der Eliteparaden, Mocidade Alegre, berührte und begeisterte die Zuschauer noch einmal mit ihrem Auftritt zum Thema Glauben. Zahllose Male legte die Percussiongruppe an bestimmten Textstellen eine Pause ein, während derer sich die Teilnehmer Parade niederknieten und das Publikum tosend applaudierte.

Nur mit drei anstatt der vier für die Grupo de Acesso vorgeschriebenen Allegorien zog Mancha Verde über die Samba-Avenida. Sie war als Vize der Grupo de Acesso hervorgegangen und gab den Auftakt zu den Umzügen der diesjährigen Sieger, das allerdings erst nachdem ihr Präsident, Paulo Serdan, eine bewegende Ansprache gehalten hatte.

Gefolgt wurde Mancha Verde vom Champion Unidos de Vila Maria, die das Publikum mit ihrem Thema noch einmal in die Kindheit versetzte. Unidos de Vila Maria hatte bei den Entscheidungsparaden Zuschauer und Jury begeistert und für ihre Darbietung in sämtlichen Kategorien die höchstmögliche Punktzahl erhalten. Beide Schulen, Mancha Verde und Unidos de Vila Maria, waren erst im vergangenen Jahr in die Grupo de Acesso abgestiegen, haben aber mit ihren herausragenden Darbietungen am Sonntagabend (2.) bereits den Aufstieg geschafft und werden 2015 wieder bei der Elite antreten.

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Die Gewinner der diesjährigen Sambaparaden der Eliteschulen von São Paulo stehen fest. Die begehrte Trophäe holte sich Mocidade Alegre. Sie avancierte somit zum dreifachen Champion in Folge. Überzeugt hatte sie die Jury mit ihren phantasievollen ... mehr »

Noch einmal die 70er und 80er Jahre passieren ließ die Sambaschule Dragões da Real. Mit weniger Teilnehmern als vorgesehen trat Acadêmicos do Tucuruvi auf, sorgte aber dennoch für ein Spektakel. Mitten im Umzug rissen sich einige der Karnevalesken Teile ihrer Kostüme von Kopf und Leib und warfen sie in die Zuschauerrreihen. Auch bei ihnen stand das Thema Kindheit im Vordergrund.

Als fünfte Sambaschule betrat Águia de Ouro mit einer Hommage an den brasilianischen Sänger Dorival Caymmi die Avenida des Sambódromos. Der neue Vize der Eliteschulen, Rosas de Ouro, war als Vorletzter an der Reihe. Präsidentin Angelina Basílio erinnerte dabei an das Unwetter, das bei den Entscheidungsparaden am Freitag (28.2.) auf die Teilnehmer heruntergangen war. Trotz ihrer durch den Regen tonnenschweren Kostümen hatten es die Karnevalesken der Rosas de Ouro dabei dennoch geschafft Freude auszustrahlen. Das taten sie ebenso bei den Siegerparaden. Unter dem Jubel des Publikums sangen sie aus lautem Halse ihren Samba, tanzten so manches Mal ein wenig abseits der offiziellen Choreografie und bewegten noch einmal Fans und alle anderen Zuschauer.

Beendet wurden die Umzüge mit der Darbietung des dreifachen Siegers, der Mocidade Alegre. Sie zeigte die verschiedenen Arten des Glaubens des brasilianischen Volkes. Dies allerdings erst nach einem gewaltigen Feuerwerk. Mocidade Alegre war eine der wenigen Schulen, die es geschafft hat bei den Siegerparaden vollzählig anzutreten. Als sie den Umzug beendete war längst schon Samstagmorgen. Um 6:37 Uhr fielen sich die Karnevalesken mit dem Ruf “tricampeão” (dreifacher Sieger) in die Arme. Damit nicht genug. Die Percussiongruppe war so animiert, dass sie kurzerhand noch einmal singend und spielend auf die Avenida bog.

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