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7. März 2014 - 01:50h | Aktualisiert: 7. März 2014 - 01:50h

Rio de Janeiro droht im Abfall zu versinken

Situation soll sich am Wochenende entspannen

Ausgerechnet mitten in der Karnevalszeit traten in Rio de Janeiro Straßenkehrer und Müllmänner in den Streik. Während Gewerkschaft und Stadtverwaltung über eine Gehaltserhöhung verhandelten, drohte das Touristenziel im Abfall zu versinken. Eine am Rosenmontag erzielte Einigung änderte nicht viel an den Müllbergen entlang der Bürgersteige und Straßen. Teile der Belegschaft der städtischen Abfallentsorgung Comlurb erkannten die Einigung nicht an und sollen zudem Kollegen mit Gewalt an ihrer Arbeit gehindert haben.

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Um die immer noch Streikenden zur Arbeit zu bewegen, drohte die Stadtverwaltung zunächst mit der Entlassung von 300 Mitarbeitern der städtischen Müllabfuhr (Comlurb). Am Mittwochabend (5.) wurde jedoch zurückgerudert. Sollten die Streikenden am Donnerstagmorgen ihre Arbeit wieder aufnehmen, gebe es keine Entlassungen, so Bürgermeister Eduardo Paes. Angekündigt hat er zudem, die Müllabfahr ab Donnerstagmorgen von bewaffneten Sicherheitskräften eskortieren zu lassen, um einen reibungslosen Ablauf zu gewähren. Wie Paes mehrfach versicherte, sei die Mehrheit der Reinigungskräfte während des Karnevals zur Arbeit erschienen, aber von bewaffneten Kollegen an der Arbeit gehindert worden.

Nach Medienberichten hat die Müllabfuhr am Donnerstagmorgen (6.) wieder ihre Arbeit aufgenommen. Allerdings präsentierten sich viele Stadtteile der Sambametropole am Nachmittag immer noch mit Tonnen von Abfall, die streckenweise eine Benutzung des Bürgersteiges unmöglich machten. Nach Angaben der Comlurb sind mindestens drei Tage notwendig, um die Stadt vom tonnenweise angehäuften Abfall zu befreien. Um die Situation nicht noch weiter zu verschärfen, wurde den Anwohnern geraten, ihren Abfall in Plastiksäcken im Haus zu lagern. Gleichzeitig nutzten aber auch Einige das Chaos, um sich alter Möbel und anderen Sperrmülls zu erledigen, die zwischen Kostümresten, Plastikflaschen, Dosen und Hausmüll ebenso auf der Straße landeten.

Gefordert worden war mit Hilfe des Streiks eine Erhöhung der Gehälter von umgerechnet 267 Euro auf 400 Euro, eine Zulage von 40 Prozent für die Handhabung unhygienischen Materials sowie die Bezahlung der Überstunden. Das Ergebnis der Einigung sind 408 Euro inklusive Zulagen. Für Freitagvormittag ist allerdings von Teilen der Belegschaft ein erneuter Protestmarsch zu Stadtverwaltung angekündigt worden.

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