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2. März 2014 - 20:54h | Aktualisiert: 3. März 2014 - 03:33h

Überraschungen kennzeichnen zweite Nacht der Sambaparaden der Serie A in Rio de Janeiro

Schulen der Aufsteigergruppe stehen der 1. Liga in Nichts mehr nach

Auch die zweite Nacht der Paraden im Sambodrom in Rio de Janeiro war von vielen Höhepunkten und Überraschungen gekennzeichnet. Neun Sambaschulen der Serie A zogen mit ihren bunt geschmückten allegorischen Wagen die Avenida des Sambódromo Marquês de Sapucaí entlang. Im Mittelpunkt ihrer Geschichten standen unter anderem die Bucht von Guanabara aber auch das Land der Träume und die Rätsel des Menschen. Mit letzterem sorgte die Sambaschule Unidos de Padre Miguel für eine Überraschung.

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Um das Land der Träume, deren Deutung und wie diese das Leben beeinflussen drehte sich alles bei der Sambaschule Tradição. Sie eröffnete den langen Reigen der Sambaschulen am gestrigen Samstag. Der überschwenglich geschmückte Wagen, der den Blockreigen eröffnen soll (abre alas) faszinierte mit seiner Darstellung des Königreiches der Faszination. Allerdings gab es Probleme mit der Hydraulik, welche den Vogel Condor nach oben bringen sollte.

Die Sambaschule Alegria da Zona Sul erzählte die Geschichte der weltberühmten Copacabana. Dem Stadtteil Rios, der seinen Namen seiner Patin “Nossa Senhora de Copacabana” verdankt. Sie hatten jedoch nicht viel Glück mit der Technik. Nach einer Panne an der Achse des Wagens musste sie auf ihre letzte Allegorie Wagen verrzichten.

“Na garrafa, no barril, salve a cachaça patrimônio cultural do Brasil” (in der Flasche, im Fass, salve dem Zuckerrorhrschatz, dem Kulturerbe Brasiliens), lautete das Motto der União do Parque Curicica. Dabei ging es freilich nicht ums Trinken. Im Vordergrund stand die Geschichte des Zuckerrohrs, die verbunden ist mit dem Sklaventum und dem Zuckerrohr als Wirtschaftsfaktor. Doch auch der Teufel und der Jesus waren dabei, darüber streitend, ob der Cachaça getrunken werden soll oder nicht.

Das Nachtleben von Lapa, einem Stadtteil Rio de Janeiros, stand im Vordergrund der Sambaschule Caprichosos de Pilares. Sie traten mit grandiosen Allegorien auf, mit denen unter anderem markante Persönlichkeiten des Viertels Lapa geehrt wurden. Die “Comissão de frente”, die Gruppe, welche als erste die Avenida betritt, sorgte für eine Überraschung. Traten sie zunächst als Wasser tragende schwarze Frauen auf, wechselten mitten auf der Avenida ihre Kostüme und wurden zu Paartänzern.

Die Nachbarstadt Niterói wurde von den Mitgliedern der Sambaschule Viradouro phantasievoll dargestellt. Auch sie erntete noch vor Beendigung ihrer Parade den Ruf “Campeã”, Sieger. Die erste Gruppe stellte die Indios Araribóia dar, die im 16. Jahrhundert den Portugiesen halfen, die Bucht von Guanabara zu erobern. Erzählt wurde aber auch die Geschichte des Cassinos Icaraí, das einst in einem der Casarões, der antiken großen Häuser Niterois funktionierte.

Die Sambaschule Estácio de Sá widmete sich dem Hafen von Rio de Janeiro. Dabei fehlte nicht ein Segelschiff mit dem die Eroberung der Bucht Guanabara symbolisiert werden sollte, die lange Zeit als einziger Zugang Rio de Janeiros war. Der letzte allegorische Wagen stellte den neuen Hafen in Barcelona in Spanien dar, während auf Leinwänden gezeigt wurde, wie einmal der Hafenbereich von Rio de Janeiro aussehen könnte.

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In den Nachbarstaat São Paulo und dort in die Stadt Jundiaí entführten die Integranten von Acadêmicos de Santa Cruz das Publikum. Die Stadt ist bekannt für ihre Weintrauben-Feste und die Qualität des Lebens. Die Sambaschule hatte jedoch Pech. Der allegorische Wagen, der das gesunde Leben mit jeder Menge Früchten darstellte, brach mitten auf der Avenida. Die Acadêmicos hoffen allerdings, dass das Malheur von der Jury nicht bemerkt wurde.

Mit Schädeln, Mumien und tanzenden Knochengerüsten überraschten die Unidos de Padre Miguel. Sie begeisterten die Zuschauer aber auch mit einer äußerst synchronisierten Choreographie. “Enträtsle mich oder ich fress dich – Rätsel und Schlüssel des Lebens” lautete ihr Motto. Ihre ausgefeilten Motivwagen, unter anderem vom Wunder des Körpers, erhielten tosenden Applaus. Die SDchule gilt damit als einer der Favoriten für den Titel, mit dem der Aufstieg in die Spezialgruppe gewährt ist.

Als die Acadêmicos do Cubango ins Sambodrom einzogen, klarte es schon. Die Sambaschule holte den afrikanischen Kontinent auf die Avenida, gab einen Streifzug durch die Savanne Afrikas, zeigte die Beduinen und die Sahara und verschwieg auch nicht die kritischen Themen, wie den Diamantenabbau oder die Ölgewinnung. Darüber hinaus zeigten sie Tänze verschiedener Stämme Afrikas und erinnerten an die Fußballweltmeisterschaft in Südafrika 2010.

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