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2. März 2014 - 07:43h | Aktualisiert: 2. März 2014 - 07:43h

Mitreißender Frevo und Millionen-Publikum beim Straßenkarneval in Recife

35 Meter hoher "Gockel der Morgendämmerung" Symbolfigur des Umzugs

Am Strand und im Zentrum von Recife war es heute schwer, irgendwo einen freien Platz zu finden. Schuld war der „Gockel der Morgendämmerung“, der Galo da Madrugada. Alljährlich zieht der traditionelle Faschingsblock der Stadt ein Millionenpublik an – und auch in diesem Jahr dürfte es der größte Umzug im Carnaval do Brasil gewesen sein.

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Schon kurz nach Sonnenaufgang kamen die ersten Faschingsfreunde, auch wenn der Umzug offiziell erst um 9.30 Uhr anfing. Bei strahlendem Sonnenschein feierten dann knapp 2 Millionen Menschen bis zum Abend ohne Unterlass beim Karneval von Recife. Einer der Anziehungspunkte war der über 35 Meter hohe symbolträchtige Hahn, der auf der Brücke Duarte Coelho trohnte. Der „Gockel der Morgendämmerung“ trohnte aber nicht nur auf der Brücke. Seine kleineren Verwandten wurden auch beim Umzug mitgeführt.

Die Blicke auf sich zogen ebenso die für den brasilianischen Bundesstaat Pernambuco typischen großen Puppen, die „bonecos gigantes“, die von den Teilnehmern auf den Schultern getragen werden. Mit unter das Faschingsvolk mischten sich ebenso königliche Hoheiten, große und kleine Supermänner, Clowns und Küken.

Einer der Höhepunkte war der Auftritt der „Banda Calypso“, die auch schon in den vergangenen Jahren mit dabei war. Sie waren nicht das einzige trio elétrico, das für Stimmung sorgte. Insgesamt 25 gigantische Lautsprecherwagen, 30 Orchester und über 500 Musiker heizten dem Fußvolk auf dem sechs Kilometer langen Umzug ein, unter anderem mit traditionellen Frevo Melodien wie “Morena Tropicana” und “Não posso negar que te amo” (Ich kann nicht leugnen, dass ich dich liebe). Begeistert stimmte das Publikum mit ein und sang im Chor lauthals mit. Geehrt wurde damit gleichzeitig der im vergangenen Jahr verstorbene brasilianische Musiker Reginaldo Rossi, der für etliche der Frevo-Schlager verantwortlich ist. Gewidmet wurde der Umzug jedoch vor allem dem Schriftsteller und Dramaturg Ariano Suassuna aus Paraiba. Der 86-Jährige war sogar selbst anwesend bei dem Faschingsspektakel.

Doch es wurde nicht nur gesungen. Kaum einer der Besucher konnte dem frenetischen Rhythmus des Frevo widerstehen. Auch wenn wenig Platz vorhanden war, die Beine wurden zum diesem kühnen Tanz geschwungen, bei dem der kleine markante Sonnenschirm nicht fehlen darf. Eng war es sogar auf dem Rio Capibaribe. Auf dem tummelten sich die Boote mit ihren Faschingsgästen. Ausgelassen gefeiert wurde bis zum nahenden Sonnenuntergang am frühen Abend.

Für die Faschingsfreunde war damit längst noch nicht aller Tage Abend. Standen doch noch weitere musikalische Höhepunkte auf dem Programm am Marco Zero. Unter anderem wurde der Musiker und Ex-Kulturminister Gilberto Gil erwartet, der aus seinen über 50 Albem seine Hits der populären brasilianischen Musik und Reggae zum Besten geben wird.

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