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1. März 2014 - 21:35h | Aktualisiert: 3. März 2014 - 03:33h

Geschichte der Afrobrasilianer kennzeichnet Paraden der Serie A in Rio

Cariocas Schulen hatten Glück mit dem Wetter und begeisterten Publikum

In Rio de Janeiro überzeugten die ersten acht Sambaschulen der Serie A das Publikum im Sambódromo Marquês de Sapucaì mit Hingabe und Kreativität. Auch, wenn den insgesamt 17 Schulen der Serie A nicht so viel Geld zur Verfügung steht, sorgten die Karnevalesken dennoch für einen Augenschmaus mit vielen Überraschungen. Anders als in São Paulo hatten die Karnevalfreunde in Rio de Janeiro Glück. Es regnete zwar während der Vorbereitungen, kurz vor dem Start der Paraden schloss der Himmel jedoch seine Pforten.

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Den Auftakt der Paraden gab die Sambaschule Em Cima da Hora. Sie war nach langer Zeit der Abstinenz dieses Jahr wieder mit dabei und begeisterte mit ihren farbenprächtigen Kostümen. Aber nicht nur das. Auch das Thema, das trockene Innenland des Nordens Brasiliens, der Sertão, mit seinen natürlichen Schönheiten und schweren Lebensbedingungen wurde phantasievoll dargestellt.

Die Geschichte des afrikanischen Volkes Nagô wurde von der União de Jacarepagupá erzählt. Da füllte sich das Marquês de Sapucaí mit tanzenden Zebras, riesigen afrikanischen Masken, dem Geist des Löwen und den Göttern des Volkes Nagô. Beeindruckend war auch die Choreographie der Tänzer, welche die Zauberer darstellten.

In nichts nach stand die Vereinigung Acadêmicos da Rocinha. Sie setzten auf das Motto “vom erträumten Paradies zum Traum, der Wirklichkeit wird”, das sich auf den Stadtteil Barra da Tijuca bezog. Überschwengliche Alegorien und ein farbenfrohes Desfilee mit Fantasien, die Schmetterlinge und Pflanzen der Strandvegetation darstellten, waren das Ergebnis. Mit tanzenden Plastiktüten, Geschenkverpackungen und Pommes Frites kritisierten sie aber auch das Konsumverhalten der Menschen.

Im Zeichen des Karikaturisten Lan und der Geschichte des Karnevals von Rio de Janeiro stand die Parade von Renascer de Jacarepaguá. Lanfranco Vaselli hatte sich in seinen Karikaturen dem Alltagsleben in Rio de Janeiro gedwidmet und war jetzt mit seinen 90Jahren auf einen der Alegorien-Wägen mit dabei. Allerdings hatten die Integranten mit einigen Problemen zu kämpfen. Von einer Skulptur drohte die Verzierung herunter zu fallen und nicht jeder hielt den Rhytmus ein. Zudem schafften sie es nicht, die Parade im vorgeschriebenen Zeitlimit von 65 Minuten zu beenden, sondern überzog um eine Minute.

Karneval Zeca
Die Sambaparaden der im Karneval von Rio de Janeiro 2014 haben mit den Präsentationen der Serie A einen ersten Höhepunkt erreicht. Am Freitagabend (28.) defilierten die ersten acht Schulen der Aufsteigergruppe durch das Sambódromo Marquês ... mehr »

Unidos do Porto da Pedra ehrten die Mestres-salas und Porta-bandeiras, wichtige Figuren bei den Paraden vom Karneval in Rio de Janeiro. Mit einen imposanten Tiger, dem Symbol der Schule, und der Geschichte über die Bälle am königlichen Hof beeindruckten sie das Publikum.

“Kizomba: A festa da Raça” lautete der Titel der Sambaschule Paraíso de Tuiuti. Das war keineswegs ein neuer Titel, vielmehr gewann die Vereinigung Vila Isabel mit 1988 den Carnaval von Rio. Doch mit ihren Masken, Kostümen und Alegorien, die Afrika als Wiege der Menschheit ehrten, begeisterten die Karnevalesken von Paraíso de Tuiuti das Publikum.

Die Sambaschule Império Serrano erzählte der Geschichte der Küstenstadt Angra dos Reis. Allerdings hatten sie nicht viel Glück. Gleich zu Beginn der Parade gab es am Hauptwagen Probleme, so dass der Motor ausgeschaltet werden und von den Integranten gezogen und geschoben werden musste.

Die Vereinigung Inocentes de Belford Roxo widmete sich der Geschichte der ersten schwarzen lyrischen Sängerin, Joaquina Lapinha, die auch Mulattin der Lapa genannt wurde. Auch bei dieser Parade stand das Sambódromo im Zeichen Afrikas. Aufgewartet wurde unter anderem mit Kostümen, die Löwen, Leoparden, Büffeln, Elefanten und Nashörner darstellten. Anders als Renascer de Jacarepaguá schafften sie es gerade noch rechtzeitig, ihre Parade zu beenden. Als der letzte Sambista das Tor durchschritt, zeigte die Stoppuhr das Limit von 55 Minuten.

Insgesamt acht Sambaschulen traten in der Nacht von gestern auf heute an, um den begehrten Titel zu holen. Der gibt ihnen das Recht, in die Grupo Especial aufzusteigen. Gleichzeitig geht es aber auch darum, nicht abzusteigen. Während nur eine einzige Vereinigung aufsteigt, fallen die letzten drei platzierten in die Gruppe B zurück. In der Nacht zum Sonntag präsentieren sich die restlichen neun Schulen dem Publikum.

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