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12. Oktober 2013 - 17:01h | Aktualisiert: 22. Mai 2014 - 15:59h

Vorbereitungen für Straßenkarneval in Rio laufen auf Hochtouren

Während in den Werkstätten der weltberühmten Sambaschulen von Rio de Janeiro bereits seit Monaten eifrig an aufwändigen Motivwagen und luxuriösen Kostümen gearbeitet wird, laufen auch beim Straßenkarneval die Vorbereitungen auf Hochtouren. Ende September ist die Bewerbungsfrist für die Umzüge in den zahlreichen Stadtvierteln in der Metropole unter dem Zuckerhut abgelaufen, bis Ende November wird nun eine speziell dafür eingesetzte Kommission Anzahl, Orte, Reihenfolge sowie das gesamte Regelwerk der Umzüge festlegen.

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Zu den Straßenumzügen, die bereits einen Monat vor den Karnevalstagen beginnen und auch erst einige Wochen danach enden, werden inzwischen jährlich deutlich mehr Besucher aus dem In- und Ausland erwartet als zu den im deutlich bekannteren Samba-Paraden im Sambódromo Marques de Sapucaí. In der vom mittlerweile verstorbenen Stararchitekt Oscar Niemeyer gestalteten Arena ist nur ein kleiner Bereich für Touristen reserviert. Und diese müssen für ihren Platz deutlich mehr Geld investieren als lokale Zuschauer. Viele Besucher verbinden daher ihren Aufenthalt in Rio de Janeiro mit dem Feiern auf der Straße. Dies ist eine Mischung aus deutschem Straßenkarneval und einer Techno- oder Gay-Parade.

Die städtische Tourismusbehörde Riotur hat das Potenzial des Straßenkarnevals als Touristenattraktion längst erkannt und bietet zahlreiche Informationen zum diese Megaevent an. So gibt es im Internet von der Stadtverwaltung initiierte Seiten für preiswerte Unterkünfte, zudem informiert eine Smartphone-App per GPS-Funktion über sämtliche Umzüge in den nächsten Umgebung. Nur bei der Anreise mischt sich die Stadt unter dem Zuckerhut nicht ein, allerdings kann man fast immer günstige Flüge im Internet finden.

Entgegen den Vorjahren hat sich beim Genehmigungsverfahren allerdings einiges geändert. Auch wurden zahlreiche Regeln verschärft oder noch genauer definiert, um den Ablauf des gigantischen Volksfestes noch effektiver zu gestalten. So wurden nun die verschiedenen regionalen Verbände der lokalen Karnevalsgruppen in einer grossen Kommission zusammengefasst, zu der auch die Tourismusbehörde Riotur und andere Abteilungen der Stadtverwaltung gehören. Diese sollen nun zunächst einen entsprechenden Massnahmenkatalog ausarbeiten, um die Gleichstellung großer und kleiner Gruppen sowie den traditionellen Charakter der Umzüge sicherzustellen.

Von den Abmessungen der als „Trio elétrico“ bekannten Lautsprecherwagen über sanitäre Einrichtungen, Sicherheitsmaßnahmen und der Verkehrsregelung bis hin zur Straßendekoration – alles wird im Straßenkarneval von Rio de Janeiro bis ins Detail festgeschrieben und geplant. Schließlich gibt es „Blocos“ mit bis zu zwei Millionen Teilnehmern, die sich für Stunden zu ohrenbetäubender Musik durch die Straßen tanzen. Auch beim Schall haben die Organisatoren bereits eine Obergrenze festgelegt: mehr als 50.000 Watt sind nicht erlaubt. Aber diese reichen aus, den Straßenumzug entlang der Copacabana noch weit draußen in der Guanabara-Bucht mitzuerleben.

Wer also einen Trip nach Brasilien zum Karneval 2014 plant, muss nicht unbedingt am Fastnachtswochenende in der Sambametropole aufschlagen. Auch ein paar Tage zuvor, wenn die Preise noch nicht um das drei- bis fünffache angestiegen sind, kann man die ausgelassen die fünfte Jahreszeit unter tropischer Sonne feiern. Will man auch noch den Rest des Landes kennen lernen, sollte man unbedingt ein paar Tipps für die Brasilienreise beachten. Vor allem ein Impfschutz gegen Gelbfieber und Mittel gegen das weit verbreitete Denguefieber sollte man nicht vergessen.

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