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19. August 2013 - 16:20h | Aktualisiert: 19. August 2014 - 14:33h

Sambaparaden von Rio de Janeiro sollen umweltfreundlicher werden

Sponsor von Vila Isabel pflanzt 7.000 Bäume im Naturschutzgebiet

Die weltberühmte Karneval von Rio de Janeiro generiert alljährlich nicht nur unbändige Lebensfreude sondern auch jede Menge Müll und Treibhausgase. Die Sambaschulen sehen sich im Zeichen des weltweiten Klimawandels nun immer stärker in der Pflicht, ihre Paraden so „grün“ wie möglich zu gestalten. Neben des Weiterverkaufs oder die Wiederverwendung der farbenfrohen Kostüme im Sinne der Müllvermeidung suchen die Verantwortlichen auch eine ausgeglichene CO2-Bilanz vorzuweisen.

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Vorreiter für die Kampagne im Karneval von Rio 2014 ist die Samba-Schule Vila Isabel. Ihr Hauptsponsor BASF hat nun angekündigt, auf einer Farm im Bundesstaat São Paulo gleich 7.000 native Bäume des atlantischen Regenwaldes zu pflanzen. Damit sollen alle entstehenden Treibhausgase bei den Proben und dem Wettbewerb selbst im Sambódromo Marquês de Sapucaí ausgeglichen werden. BASF war bereits in diesem Jahr Hauptsponsor der Schule, welche mit Thema Landwirtschaft die zweitägigen Sambaparaden völlig verdient für sich entscheiden konnte.

80 verschiedene Spezies sollen lauf dem multinationalen Chemie-Riesen in einem Naturschutzgebiet angepflanzt werden, über vier Hektar Land werden dafür benötigt. Mit den Pflanzungen soll mit Beginn der Regenzeit im Oktober begonnen werden, zwei Jahre lange wollen die Wissenschaftler das Wachstum beobachten. Für die komplizierten Berechnungen der Gesamtemissionen wurden zahlreiche Faktoren herangezogen: die Herstellung der Kostüme und Motivwagen, die Arbeitsleistungen, der Transport zum Sambódromo, die Anreise der Teilnehmer zu den Sambaparaden als auch die zahlreichen Proben im Vorfeld.

Jede Sambaparade besteht aus bis zu 4.000 Teilnehmern, die sich gemäß des Mottos der Präsentation in viele verschiedene Kostüme kleiden, darunter sind auch stets die berühmten Baianas mit ihren wehenden Röcken und die bis zu 100 Personen umfassende Rhythmusgruppe. Hinzu kommen bis zu acht gigantische Motivwagen, auf denen durchtrainierte Tänzerinnen und Tänzer für Stimmung sorgen und die Nacht zum Tag machen.

Die Direktion der Sambaschule Vila Isabel hat dem Vorhaben, die alljährlichen Sambaparaden umweltfreundlicher zu gestalten, bereits zugestimmt. So soll in den für die zusätzliche Stromerzeugung zum Einsatz kommenden Generatoren in den Räumlichkeiten der Sambaschule als auch auf den Motivwagen zukünftig Biosprit zum Einsatz kommen. Alleine dadurch könnten die Emissionen um 9 Prozent gesenkt werden, betonen die für die Studie verantwortlichen Experten. Und mit der Wiederverwendung von Materialien aus dem Vorjahr könne dieser Wert gleich auf 19 Prozent erhöht werden.

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