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14. Februar 2013 - 02:31h | Aktualisiert: 14. Februar 2013 - 02:41h

Vila Isabel überragender Sieger im Karneval von Rio de Janeiro 2013

Vorjahressieger Unidos de Tijuca landet mit "verzaubertem Deutschland" auf Rang 3

Die Sambaschule Unidos de Vila Isabel hat überraschend deutlich die Karnevalsparaden von Rio de Janeiro 2013 gewonnen. Die 1946 gegründete Schule durfte damit nach 1988 und 2006 zum dritten Mal den begehrten Pokal in Empfang nehmen. Vila Isabel absolvierte ihre Präsentation in diesem Jahr als letzte der insgesamt 12 Schulen. Das Motto der Parade lautete “Die Vila besingt Brasilien, die Speisekammer der Welt – Wasser auf die Bohnen, wir haben einen Gast“.

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Die Schule transportierte mit ausgefallenen Allegorien und farbenfrohen Kostümen die bescheidene Lebensart des Volkes im brasilianischen Hinterland auf die knapp 700 Meter lange Paradestrecke des Sambódromos Marquês de Sapucaí. So konnten die verbliebenen Zuschauer ab etwa 4:30 Uhr morgens unter anderem den Tanz zur Violine, Besuche bei Freunden, die Feste im “Arraial“ und religiösen Prozessionen bewundern. Die Kostümgruppen stellten dabei krähende Hähne, krabbelnde Heuschrecken, von Schädlingen angefressene Pflanzen, Ameisen, Gemüse und viele Blumen und Blüten dar.

“Das Leben auf dem Land ist bescheiden, aber trotzdem ein Fest. Immer gibt es jemanden, der einem etwas erzählen will. Es gibt den üppigen Tisch am Sonntag und den Feiertagen und den Glauben an Gott und die Heiligen für eine gute Ernte nach harter Arbeit“, erläuterte die erfolgreiche Karnevalistin Rosa Magalhães die Idee für die aussergewöhnliche Parade.

Ganz unumstritten war das Thema über die brasilianische Agrarwirtschaft jedoch nicht. Zahlreiche Kommentatoren brasilianischer Medien lobten zwar die Umsetzung des Themas, wiesen jedoch dabei auch auf die Dissonanz zwischen der vorgestellten „ökologisch nahezu heilen Welt“ und der scheinbar nicht aufzuhaltenden Umweltzerstörung im größten Land Südamerikas hin. Zudem stiess so manchen die Tatsache bitter auf, dass der größte Einzelsponsor der Parade mit über einer Million Euro einer der weltweit größten Hersteller von genmanipuliertem Saatgut ist.

Vorjahressieger Unidos de Tijuca konnte mit dem Motto „Vertaubertes Deutschland“ hoch gesteckten Erwartungen auf eine Titelverteidung nicht erfüllen und landete mit 299,2 Punkten auf dem dritten Platz. Vize-Champion wurde Beija-Flor mit 299,4 Punkten. Die in Nilópolis ansässige Schule präsentierte in ihre Parade die brasilianische Pferderasse „Mangalarga marchador“.

Für die Inocentes de Belford Roxo ist das Gastspiel in der Spitzenliga nach einem Jahr bereits wieder vorbei. Die Vorjahressieger der damaligen Grupo de Acesso A (heute Serie A) landeten auf Rang 12 und steigen ab. Für sie tritt im Karneval 2014 die Sambaschule Império de Tijuca an, die mit einer ausgefallenen Parade die erstmalig ausgetragene Serie A mit insgesamt 19 Sambaschulen für sich entscheiden konnte und damit nach 16 Jahren erneut in die Spezialgruppe aufsteigt.

Das komplette Ergebnis der Sambaparaden von Rio 2013

01° Vila Isabel: 299,7
02° Beija-Flor: 299,4
03° Unidos da Tijuca: 299,2
04° Imperatriz Leopoldinense: 298,3
05° Salgueiro: 297,9
06° Grande Rio: 297,2
07° Portela: 296,6
08° Mangueira: 296,5
09° União da Ilha: 294,9
10° São Clemente: 293,5
11° Mocidade: 293,5
12° Inocentes de Belford Roxo: 291,1

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