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11. Februar 2013 - 23:36h | Aktualisiert: 14. Februar 2013 - 00:39h

2. Nacht der Spezialgruppe von Rio de Janeiro

São Clemente, Mangeira, Beija-Flor, Grande Rio, Imperatriz Leopoldinense und Vila Isabel

Der Karneval in Rio de Janeiro 2013 hat seinen Höhepunkt erreicht. Im zweiten Teil der Spezialgruppe zeigen in der Nacht zum Fastnachtsdienstag (12.) weitere sechs Sambaschulen im Sambódromo Marquês de Sapucaí ihr Können. Die ersten sechs Sambaschulen hatten in der Nacht zum Rosenmontag (11.) den Kampf um die diesjährige Karnevalskrone vor einem Millionenpublikum eröffnet.

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In der schon lange ausverkauften Arena werden wie am Vortag rund 75.000 Zuschauer den jeweils mehreren tausend Aktiven auf der knapp 700 Meter langen Paradestrecke zujubeln und und natürlich den jeweiligen Samba-Enredo lauthals mitsingen. Das Team von Rio Karneval ist direkt vor Ort im Samba-Hexenkessel und wird ausführlich über die „größte Show der Welt“ berichten.

Unidos de Vila Isabel

Die Sambaparaden der Spezialgruppe im Karneval von Rio de Janeiro 2013 enden mit dem Auftritt von Unidos de Vila Isabel. „Die Vila singt – Brasilien ist die Kornkammer der Welt – Wasser auf die Bohnen, noch einer ist angekommen“ lautet das Motto der Schule. Und dabei geht es natürlich um die Landwirtschaft, ein gigantischer Industriezweig und wichtiger Teil des brasilianischen Exportmarktes.

Die Parade erzählt daher logischerweise von Groß- und Kleinbauern, dem Anbau von Feldfrüchten, Getreide und Zuckerrohr, thematisiert allerdings auch die negativen Aspekte wie Abholzung und Brandrodung. „Vila Isabel“ begibt sich damit wie bereits zuvor „Grande Rio“ in der Hitze der Nacht auf dünnes Eis. Denn ob der Schule der Spagat zwischen Nahrungsmittelproduktion auf der einen und Umweltzerstörung auf der anderen Seite gelingt, müssen am Ende die Zuschauer entscheiden.

Imperatriz Leopoldinense

Als vorletzte Schule der Spezialgruppe zieht Imperatriz Leopoldinense unter dem Jubel der Zuschauer auf die Paradestrecke ein. Mit dem Theme „Das Amulett von Brasilien – über der nackten Wahrheit eine transparente Hülle der Phantasie“ präsentiert die Schule eine Hommage an den Bundesstaat Pará im Norden des Landes. Die Region ist reich an Kultur, kulinarischen Spezialitäten und Traditionen der dort lebenden Bevölkerung.

So repräsentieren die Kostümgruppen zu Beginn die indigenen Ureinwohner wie Karajá, Marajó, Tiriyó oder Kaiapó. Weiter geht es mit dem Lebengrundlage der Menschen. Hier werden die Goldgräber, Kautschukzapfer und Nuss-Sammler thematisiert. Aber in der Parade hat auch die Kultur seinen Platz: auf die verschiedenen regionalen Volkstänze wurde genauso hingewiesen wie auf Kirchen und religiöse Feste oder Prozessionen. „Imperatriz“ lieferte eine gelungene und euphorisch bejubelte Parade in der vorgegebenen Zeit ab.

Grande Rio

„Ich liebe Rio, gehe in den Kampf: Schwarzes Gold ohne Streit“ lautet das Motto der Sambaschule Grande Rio in diesem Jahr. Die Schule will damit auf den anhaltenden Disput um die Verteilung der Erlöse aus der Erdölgewinnung vor Küste des Bundesstaates Rio de Janeiro aufmerksam machen. Die Schule begibt sich damit auf ein gefährliches Pflaster, ist die Diskussion doch seit Jahren festgefahren und äussert umstritten.

Um die Zuschauer trotzdem zu unterhalten, erklärt „Grande Rio“ erst einmal den gesamten Prozess der Tiefseebohrungen. So wird von den „Giganten der Meere“ gesprochen oder von den Möglichkeiten, die der Treibstoff den Menschen in Sachen Mobilität bietet. Aber auch der Tourismus und die Gewinnung von Meeresfrüchten wird thematisiert. Ob die Schule den ökologischen Aspekt kompetent umsetzen kann und sich nicht zum Befürworter fossiler Brennstoffe aufspielt, war eine der großen Fragen vor Beginn der Parade.

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