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13. April 2012 - 15:48h | Aktualisiert: 13. April 2012 - 15:48h

São Paulo verhängt Geldstrafen gegen 22 Sambaschulen

Império de Casa Verde erhält für 2013 keine öffentlichen Gelder

São Paulo hat gegen 22 Sambaschulen der Spezialgruppe und Aufsteigergruppe A zum Teil heftige Geldstrafen verhängt. Die Stadtverwaltung reagierte damit auf die Tumulte bei der Verkündung der Wertungsnoten nach den Sambaparaden im Karneval von 2012. Damals hatten Mitglieder verschiedener Sambaschulen das Podium gestürmt und Umschläge mit den Ergebnissen zerrissen.

Eine eigens dafür gegründete Kommission hatte in den vergangenen Wochen die Vorfälle analysiert. Hierbei wurden Fotos und Filmaufnahmen ausgewertet, zudem die Ergebnisse der Zivilpolizei herangezogen. Diese hatte die Randalierer in einem eigenen Ermittlungsverfahren identifiziert. Als Folge wurden Strafen gegen 14 Schulen der Spezialgruppe und 8 Schulen der Aufsteigergruppe A ausgesprochen.

Aufgrund der Verletzung der Sicherheitsbestimmungen müssen die Schulen der Aufsteigergruppe umgerechnet rund 800 Euro, die Schulen der Spezialgruppe knapp 1.400 Euro zahlen. Für die sechs Schulen Vai vai, Gaviões da Fiel, Camisa Verde e Branco, Pérola Negra, Rosas de Ouro, Unidos de Vila Maria und Império de Casa Verde fällt die Strafe aufgrund einer aktiven Beteiligung ihrer Mitglieder an den Tumulten mit umgerechnet 2.800 Euro noch höher aus.

Am schlimmsten erwischt es jedoch die Sambaschule Império de Casa Verde. Neben dem zu zahlenden Bußgeld erhält sie für den Karneval 2013 keine Zuschüsse seitens der Stadt. In 2012 hatte die Schule rund 290.000 Euro an öffentlichen Geldern für die Ausgestaltung der Sambaparade erhalten. Auch darf Império in diesem Jahr keine anderen Verträge abschließen um in den Genuß von öffentlichen Mittel zu kommen.

Laut der Kommission sei zweifelsfrei bewiesen, dass der Tumult von einem Angehörigen der Schule ausging. Dieser hatte ein Armband mit dem Namen der Schule getragen, das Podium gestürmt und die Noten zerrissen. „Wenn er ein Armband der Schule gestohlen hat, dann muss die Schule ihn anzeigen. Wenn er es nicht gestohlen hat, dann ist die Schule für seine Anwesenheit verwantwortlich“ rechtfertigte Bürgermeister Gilberto Kassab die Entscheidung.

Die Schulen sollen nun umgehend offiziell über die Strafen informiert werden. Laut der Stadtverwaltung haben sie dann fünf Tage Zeit, gegen den Beschluss Beschwerde einzulegen. Zudem werde ab dem kommenden Jahr die Siegerehrung von der Stadt durchgeführt. Bislang hatte der Dachverband „Unabhängige Liga das Sambaschulen von São Paulo“ die Zeremonie organisiert.

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