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23. Februar 2012 - 23:26h | Aktualisiert: 23. Februar 2012 - 23:30h

Nach Wertungsskandal: Riotur kündigt Vertrag mit LESGA

Umstrittene Siegerehrung vermutlich Auslöser der Entscheidung

Die Tourismusbehörde von Rio de Janeiro (Riotur) hat am Donnerstag auf den Wertungsskandal im Rahmen der Siegerehrung in der „Aufsteigergruppe A“ reagiert und den Vertrag mit der „Liga das Escolas de Samba do Grupo de Acesso A e B“ (LESGA) fristlos gekündigt. Die LESGA war von der Stadtverwaltung mit der Ausführung der Sambaparaden der 2. und 3. Liga betraut und hatte dafür alleine in diesem Jahr knapp 8 Millionen Reais (ca. 3,5 Mio. Euro) an Zuschüssen erhalten.

In einer Pressemitteilung begründete Riotur die Entscheidung mit einem von der LESGA begangenen „Vertragsbruch“. Nähre Einzelheiten enthielt das Dokument nicht. Riotur will sich nun nach eigenen Angaben in Kürze mit den betroffenen Sambaschulen zusammensetzen und dann entscheiden, wer die Organisation der Sambaparaden 2013 der beiden Aufsteigergruppen übertragen bekommt.

LESGA-Präsident Reginaldo Gomes hatte am Mittwoch kurz vor der Ergebnisverkündung mitgeteilt, dass in diesem Jahr keine Schule aus der „Grupo de Acesso A“ absteigen müsse, da die Zuschüsse der Stadt zu spät freigegeben worden wären und die Schulen daher ungenügende Vorbereitungszeit gehabt hätten. Normalerweise wären zwei Schulen in die „Grupo de Acesso B“ abgestiegen. Erfahrene Karnevalisten bezweifeln jedoch, dass dies der einzig Grund sein dürfte. Auch die zahlreichen Ungereimtheiten bei den Ergebnissen und die umstrittene Titelvergabe könnten eine gewichtige Rolle bei der Aufkündigung des Vertrages gespielt haben.

Karneval Zeca
Die Sambaschule Inocentes de Belford Roxo hat die Paraden der Aufsteigergruppe A im Karneval von Rio de Janeiro mit 299,6 von 300 möglichen Punkten gewonnen und wird im nächsten Jahr in der Spezialgruppe defilieren. Auf ... mehr »

So hatte zum einen die Sambaschule Inocentes de Belford Roxo – Gomes ist dort ebenfalls Präsident – völlig überraschend gewonnen. Zudem hatten mehrere Punktrichter in einigen Bereichen keine Wertungsnoten abgegeben, so daß gemäß dem Reglement dort die Bestnote dupliziert wurde, was wiederum den betroffenen Schulen indirekt Vorteile einbrachte. Mitglieder anderer Sambaschulen witterten daher direkt eine Manipulation der Ergebnisse und machten bereits während der Siegehrung ihrem Unmut lauthals Luft.

Die „Spezialgruppe“ der besten zwölf Sambaschulen im Karneval von Rio de Janeiro ist von dieser Entscheidung nicht betroffen. Sie wird von der „Liga Independente das Escolas de Samba do Rio de Janeiro“ (LIESA) organisiert.

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