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23. Februar 2012 - 00:05h | Aktualisiert: 23. Februar 2012 - 23:30h

Belford Roxo mehr als umstrittener Sieger der Aufsteigergruppe A

Fehlende Noten sorgen für Empörung bei Fans und Konkurrenten

Die Sambaschule Inocentes de Belford Roxo hat die Paraden der Aufsteigergruppe A im Karneval von Rio de Janeiro mit 299,6 von 300 möglichen Punkten gewonnen und wird im nächsten Jahr in der Spezialgruppe defilieren. Auf Rang 2 liegt Império Serrano mit 298,3 Punkten, gefolgt von Império da Tijuca mit 298,3 Punkten.

Der Sieg ist allerdings mehr als umstritten, mehrere Juroren hatten scheinbar schlichtweg vergessen, die entsprechenden Noten bei mehreren Schulen einzutragen. Auch der gewaltige Abstand von 1,3 Punkten zum Zweitplatzierten sorgte für Argwohn bei den anderen Schulen. Normalerweise sind die Abstände deutlich geringer, zwischen Sieg und Niederlage entscheiden oft nur Zehntel. Pfiffe und Flüche begleiteten daher die Bekanntgabe der Einzelnoten in zehn Kategorien, Fans der unterlegenen Schulen unterstellten den Verantwortlichen Schiebung. Nach São Paulo hat damit auch der Karneval in Rio de Janeiro seinen handfesten Skandal bei der Bewertung der Sambaparaden.

Zu Ausschreitungen kam es jedoch nach letzten Informationen nicht. Lediglich verbal machten die Fans und Führungsriegen der Schulen ihrem Unmut Luft. Bei Viradouro, einem der Favoriten für den Aufstieg, sah man fassungslose Gesichter. Der Präsident der Schule, Gusttavo Clarão, schüttelte ständig den Kopf, wenn seine Schule nicht die Maximalpunktzahl erhielt, die späteren Sieger jedoch schon. Denn gemäß den Regeln wurden in den Bereichen, wo Noten fehlten, die beste Note von einem anderen Juror verdoppelt.

Karneval Zeca
Mit dem Anspruch, die beste Parade ihrer Geschichte abzuliefern, zog in der Nacht zum Sonntag (19.) die Sambaschule Inocentes de Belford Roxo ins weltberühmte Sambódromo Marquês de Sapucaí in Rio de Janeiro ein. Die Schule ... mehr »

Die Konkurrenz sah darin eine unerlaubte Vorteilsnahme unter anderem für die Inocentes de Belford Roxo, deren Präsident Reginaldo Gomes zufällig auch der Präsident der Liga der Sambaschulen in den Aufsteigergruppen A und B ist. Gomes wies die Kritik am Ergebnis brüsk zurück. „Sämtliche Beschwerden sind Geheule, und Geheule kommentiere ich nicht!“ Zu den fehlenden Noten erklärte er lapidar, dass er keine Kristallkugel besäße um nachzusehen, warum die Juroren nichts eingetragen hätten.

Kurz vor Verkündung der Ergebnisse hatte Gomes zudem überraschend mitgeteilt, dass in diesem Jahr keiner Schule der Abstieg drohe. Grund für die Entscheidung sei eine unzureichende Vorbereitungszeit gewesen, da die öffentliche Zuschüsse für die Paraden erst 57 Tage vor Karneval freigegeben wurden. Der einstimmige Beschluss der Sambaschulen erinnert an die Vorgehensweise in der „Grupo Especial“, wo ebenfalls keine Schule der Abstieg drohte, nachdem ein Feuer in der Cidade do Samba kurz vor Karneval tausende Kostüme und zahlreiche Motivwagen mehrere Schulen zerstörte oder beschädigte.

Gesamtergebnis und Fotogalerie der Siegerschule auf Seite 2!

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